Die Kaffeerevolution – ein Paradebeispiel für nachhaltiges Wirtschaften

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912.500.000.000. Tassen Kaffee trinken wir Menschen weltweit pro Jahr. 2,6 Tassen Kaffee am Tag allein in Deutschland. Bei der Produktion des geliebten Heißgetränks entsteht ein Beiprodukt, das bisher unbeachtet weggeworfen wurde: Die Frucht, aus der die Bohne gelöst wird. Eine ungeheure, seit Jahrzehnten durchgeführte Verschwendung, wie Wissenschaftler jetzt herausgefunden haben. Denn diese Reste können gleich drei Probleme unserer Welt auf einmal lösen.

Hunger und Mangelernährung bekämpfen

Brot und Nudeln, aber auch Kuchen, Kekse sowie Schokoriegel – aus dem Mehl der übrig gebliebenen Früchte können zahlreiche leckere und nahrhafte Produkte hergestellt werden. Der Clou: Das Mehl schmeckt nicht nach Kaffee, sondern neutral. Zudem ist es äußerst gesund. Eine Kaffeefrucht hat z. B. drei Mal mehr Protein pro Gramm als Grünkohl und ebenfalls drei Mal mehr Ballaststoffe als Weizen. Glutenfrei ist es obendrein noch. Also ideal für alle, die sich gesund ernähren wollen oder auf glutenhaltige Produkte verzichten müssen. Da es sich um ein „Abfallprodukt“ handelt, wird der Preis für das Mehl relativ gering ausfallen, so dass auch Familien mit weniger Einkommen, diese Proteinquelle nutzen können. Ein großer Beitrag zur Bekämpfung von Hunger und Mangelernährung.

Finanzielle Unabhängigkeit

Der Handel mit den Früchten könnte für die Kaffeebauern eine große Einnahmequelle bedeuten. Und das bei geringen zusätzlichen Kosten. Denn zwei Arbeitsschritte, die Trocknung und das Mahlen, fehlen von der geleerten Frucht zum fertigen Mehl. Neue Arbeitsplätze, mehr Geld für die Bildung ihrer Kinder und so vielleicht ein besseres Leben.

Nachhaltige Landwirtschaft

Die Früchte wurden bereits angebaut, gepflegt und geerntet. Für die Produktion von Kaffeemehl ist kein weiteres Ackerland notwendig, kein zusätzliches Wasser, kein Dünger und nur ein geringer Aufwand. Statt die Früchte wegzuwerfen oder zu verbrennen werden sie verzehrt.

Die Organisation Coffeeflour macht vor, wie man nachhaltig und ökonomisch handeln kann. Statt wie gewohnt Dinge wegzuwerfen, können auch Sie nach neuen Verwendungen von „Abfallprodukten“ suchen und dadurch Ressourcen schonen. So gibt es z. B. Firmen, die aus Kaffeesatz Pellets für Bio-Heizkraftwerke pressen. Wenn jedes Unternehmen nach Möglichkeiten sucht, nachhaltiger zu wirtschaften, bin ich mir sicher, dass es viel zu entdecken gibt.

 

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