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Aufbruch

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Unser Nachhaltigkeitsblog existiert nun schon seit einigen Monaten – höchste Zeit also auch für mich, mich endlich einmal einzubringen.

In meiner Eigenschaft als Hochschullehrer für Wirtschaftsethik wird mir zukünftig die ehrenvolle Aufgabe zuteil, auf unserem Weblog hin und wieder Denkanstöße zum Thema Unternehmensverantwortung zu formulieren sowie auf aktuelle Diskussionen hinzuweisen.

Ich will dabei nicht „von oben herab“ irgendetwas zu kommentieren, sondern mit Ihnen zu verschiedenen Themen ins Gespräch kommen, und ich würde mich über eine lebhafte Diskussion mit Ihnen sehr freuen. Denn: Das Thema ist noch jung! Sowohl wir in der Wissenschaft als auch Unternehmen stehen erst am Anfang eines Weges, der in den kommenden Jahren dank stetiger Verbesserungen hoffentlich erfolgreich beschritten werden wird. Wir vom Institut für Wirtschaftsethik der Universität St. Gallen verstehen uns dabei als fachliche, manchmal aber auch kritische Begleiter von Unternehmen, die gemeinsame Schritte hin zu einer zivilisierten Marktwirtschaft unternehmen wollen, die im Wesentlichen von einer authentischen Unternehmensverantwortung geprägt ist.

Alles neu also? Mitnichten: Ethisches Handeln ist keine Erfindung des 21. Jahrhunderts. So lässt sich etwa Mäzenatentum durch Unternehmer schon seit Jahrhunderten nachweisen. Dennoch unterscheidet sich das heutige Verständnis erheblich vom damaligen. Das Verständnis von moderner Unternehmensverantwortung umfasst heute „gute Geschäfte“ für eine „gute Gesellschaft“. Damit steht aber nicht eine Spendenethik, wie das Mäzenatentum, und auch nicht nur eine wohlwollende Unternehmerethik des „ehrbaren Kaufmanns“ im Mittelpunkt des Interesses, sondern eine integrativ angelegte Unternehmensethik: Integre Führungskräfte sind ebenso wichtig wie angemessene Organisationsstrukturen und -kulturen.

Einige Hinweise dazu haben wir jüngst in einem kurzen animierten Videoclip formuliert.

Herzlichst

Ihr

Thomas Beschorner

2 Kommentare

  1. Ich finde die Initiative von Prof. Dr. Thomas Retzmann (Universität Duisburg-Essen, Lehrstuhl für Wirtschaftswissenschaften und Didaktik der Wirtschaftslehre) sehr gut:
    http://www.ethos-wirtschaft.de/

    Wirtschaft und Wirtschaftsethik sind an den allgemeinbildenden Schulen unterrepräsentiert.
    Insbesondere aber angehende Akademiker brauchen hier aber eine andere Bildung als katholischen Religionsunterricht. Wenn man diesen abwählt kommt aber oft der gleiche Lehrer durch die Tür und erzählt ungefähr das, was er auch sonst erzählt hätte.

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