Allgäuer Kuh

Das Gute liegt so nah

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Mein Bäcker verkauft schon seit geraumer Zeit seine Brötchen in einer Tüte mit der Aufschrift: „Regional ist 1. Wahl.“ Recht hat er – auch im Geschäftsleben sollten wir verstärkt darauf achten.

Die Vorteile dieser Wirtschaftsform liegen auf der Hand: Lange, teure und umweltschädliche Transporte entfallen. Eine Qualitätskontrolle – und damit Vertrauen – ist viel leichter möglich, wenn der Kunde den Acker, von dem seine Kartoffeln kommen, und den Landwirt, der sie erntet, kennt. Im Gegenzug weiß er auch genau, wo sein Geld landet. Außerdem wird die regionale Wirtschaft gestärkt und belebt – wovon unter Umständen auch Sie als Unternehmen in ihrer Eigenschaft als Anbieter und Verkäufer direkt profitieren können.

Aber auch als Konsument und Käufer sollten Sie mit ihrem Unternehmen nicht allzu sehr in die Ferne schweifen. Die Argumente sind dieselben, und die Umsetzung kann schon in kleinen Bereichen viel bringen:

  •  Bieten Sie Kollegen, die einen weit(er)en Arbeitsweg haben, die Möglichkeit zur Telearbeit. Alternativ freuen die sich auch über einen Zuschuss fürs Monatsticket des öffentlichen Nahverkehrs – und lassen ihren Wagen zu Hause.
  • Woher kommt eigentlich die Milch für Ihren Kaffee? Aus dem Supermarkt oder vom Bauern? Etliche Bauernhöfe bieten schon sogenannte „Fresskörbe“ oder „Probierpakete“ an, in denen sie ihren Kunden beispielsweise einmal die Woche frisches Gemüse direkt vom Feld ebenso direkt vor die Haustüre liefern. Das klappt mit Milch doch bestimmt auch: Fragen Sie einfach mal bei einem Hof in Ihrer Nähe nach.
  • Sie haben eine Kantine? Dann briefen Sie Ihren Küchenchef, sich regionaler Produkte zu bedienen. Und wenn eine eigene Kantine sich nicht lohnt: Oft hilft auch eine kleine Teamküche, in der Ihre Mitarbeiter sich selbst etwas zubereiten oder aufwärmen können. Das spart die Fahrt zum nächstgelegenen Restaurant oder Würstlstand.
  • Sie müssen Ihren Kunden bei Meetings oder Schulungen „inhouse“ auch nicht unbedingt „S.Pellegrino“ oder „Apollinaris“ anbieten – es sei denn, Ihr Unternehmen hat seinen Standort im Valle Brembana oder im Ahrtal. Das lokale Wasser ist nicht die schlechtere Lösung.
  • Muss es beim Erstellen Ihrer Unternehmensbroschüren und Verkaufsprospekte der Druckdiscounter aus dem Internet sein? Klar, der ist unschlagbar günstig. Aber nehmen Sie mal die Kostenbrille von der Nase: Die Druckerei vor Ort tut es in den meisten Fällen auch. Und mit einem Logo auf dem Umschlag lässt sich diese Verbindung nach außen vielleicht sogar gewinnbringend kommunizieren – damit sparen Sie dann zumindest einen Teil Ihrer Ausgaben, hat doch die Druckerei kostenfreie Werbefläche. Achten Sie aber natürlich trotzdem darauf, dass Ihr neuer Lieferant klimaneutral druckt…
  • Stichwort Geschenke: Das ist eine ganz hervorragende Möglichkeit, Nähe zu zeigen – in jeder Hinsicht. Schenken Sie Ihrem Geschäftspartner doch z. B. mal einen der oben erwähnten „Bauernkörbe“ aus seiner Region. Noch besser sind aber natürlich Aktionen á la „Spenden statt Schenken“.

Ganz klar: Nicht alle Ideen lassen sich in allen Unternehmen umsetzen. Muss ja auch nicht sein. Der kleine Denkanstoss, den ich hier gegeben habe, reicht mir schon. Und wer weiß: Vielleicht fällt Ihnen noch mehr ein? Wenn ja, dann lassen Sie es mich wissen!

Herzlichst

Ihr

Joachim Schuble

2 Kommentare

  1. auf dem MGSE-Kongress 2013 in Köthen wurde u.a. auch über Regiogeld debattiert – wäre dies auch ein Mittel um in Unternehmen, die nicht zum Handel gehören, die regionalen Geschäftsbeziehungen zu erweitern?

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